Maren und Wolfgang CG Schönfeld

Verse sind nicht, wie die Leute meinen, Gefühle – es sind Erfahrungen. (Rilke)

 

Das gilt auch für Kompositionen. Kunst schaffen heißt, eigene Erfahrungen in eine Form zu bringen, die weit genug geöffnet ist für die Identifizierung eines Gegenübers mit seinen Erfahrungen. Trotzdem darf sie die individuelle Verbindung zu ihrem Schöpfer nicht verlieren – denn dann wäre sie beliebig.

 

Mit ihrem Ursprung in der Klassik lässt Wolfgang CG Schönfelds meditative Musik Bilder entstehen. Kompositionen für Orchester und Band bilden die Spannweite und ein faszinierendes Crossover. Der tiefe angenehme Klang der sechssaitigen Bassgitarre bildet die Lied-Stimme. Melancholie und Rhythmik schließen sich nicht aus. So, wie nicht alle Erfahrungen angenehm sind, kann eine Komposition Störelemente oder Disharmonien haben, aber trotzdem hörbar bleiben. Musik kann Verse aufnehmen und ohne Worte fortführen. Sie kann ein Gegenpol sein und in ein Spannungsverhältnis mit einem Text treten: Eine neue dimension entsteht, die vor allem spürbar ist.

 

Das Gedicht hört seinem Leser zu. (Hilde Domin)

Erst im Austausch mit seinem Leser erwacht das Gedicht zum Leben. Die Gedanken der Leserin, ihr Eindruck, das Gedicht träfe auf ihr Erleben zu, machen einen Text zu einem Medium, das trösten, erfreuen oder provozieren kann. Unsere Zeit ist begrenzt. Jede von uns geht damit anders um. In Maren Schönfelds Texten setzt sich menschliches Dasein mit dem der Natur in Beziehung. Mein Lieblingsbaum war vor mir da und wird es vermutlich nach meinem Tod noch sein. Das kann mich betrüben und gleichzeitig trösten. so sind die Gedichte melancholisch, aber voller Hoffnung. Dabei ist keine Form unlieb, sondern Formen sind Vielfalt, die zu nutzen die sprachliche Komponente der Lyrik ausmacht. Alte Formen wie das Sonett steht freien, subjektlosen Texten oder konkreter Poesie gegenüber. Das Wort „Lyrik“ kommt aus dem Griechischen und bedeutet wortwörtlich „die zum Spiel der Lyra gehörende Dichtung“. Damit schließt sich der Bogen zum Bass. Die angenehme Stimme und der akzentuierte Vortrag ergänzen das musikalische Klangerlebnis und bilden mit ihm eine Einheit.

 

Unsere Kompositionen und Texte inspirieren sich gegenseitig, es entsteht ein künstlerischer Dialog, aus dem das Programm „Poesie trifft Komposition“ sich gebildet hat. Das Programm ist nicht starr, sondern bewegt sich im Gleichklang mit unserer gemeinsamen Arbeit.

 

Wir möchten innere Bilder erzeugen und die Ambivalenz der Erfahrungen beleuchten. In dem inneren weiten Raum hören Poesie und Komposition Ihnen zu. Wir arbeiten mit Pausen, weil erst in der Stille Bilder entstehen. Wir möchten Sie anregen und Ihnen Zeit außerhalb des Alltags geben, ohne Hektik und Druck, in der Sie mit uns auf eine innere Reise gehen können, an die Sie sich gern erinnern.

Druckversion Druckversion | Sitemap
© Wolfgang Schönfeld